Bei der frühmorgendlichen Heimkehr steht Atem vor dem Mund, und schon von weitem sehe ich meinen Nachbarn, der das Laub vor seinem Internetcafé zusammenkehrt. Mir warmen Blicks entgegenlächelt, und wir stehen und sprechen eine Weile, während der Verkehr vorbeirauscht und die Blätter nicht aufhören, zu fallen. Er habe ein arabisches Sprichwort gelernt: Das Leben sei für die Menschen, die Arbeit für die Esel. Aber seitdem er in Deutschland lebt, sei es umgekehrt, da arbeite er wie ein Esel. Sagt’s und lacht breitmundig, erzählt, dass er einmal Sportler gewesen sei, wo auch immer, und währenddessen huschen die ersten Studenten mit schlafverhangenem Blick und bunten Schuhen die Stufen zu seinem Laden hinauf. Noch auf einen Kaffee? Nein, der Schreibtisch wartet. Ein schwerfällig flatternder Eichelhäher im Baum vor dem Fenster. Und der Nachbar im Haus schräg gegenüber, der sich alle Stunde aufs Fensterbrett hinauslehnt und eilig in die Kälte raucht.