Es ist ein Trugschluss, das Wiedersehen Freude macht, nur weil es melancholisch die Rückholung von etwas Vergangenem bezeichnet und also Verfügbarkeit suggeriert. Zur Spielzeiteröffnung hätte man sich von Frankfurt bis Mannheim gern das Wiedersehen mit zweierlei erspart: Zuerst sind da diese Typen. Diesen typisiert zugeschnitzten Figuren, die in den letzten Jahren so ubiquitär geworden sind auf deutschen Bühnen. Natürlich sind jene Regisseure, die Menschenkerne so zärtlich-präzise herausschälen können wie einst Jürgen Gosch, eine Rarität. Doch dies hochfrequente Tollhaus, in dem sich lauter Eichhörnchen auf Speed begegnen, die keine Facetten mehr spielen dürfen, sondern nur noch Schablonen, das ist jetzt wirklich durch. Nicht zuletzt, weil man sich fragt: Sollen wir das sein, wirklich? Dieser hysterisierte, kopflose Haufen isoliert nebeneinanderher spukender Gestalten, die den leisen Ton, die subtile Geste nicht mehr kennen? Und dann, bitteschön, wollen wir diese dumpf brummenden Klangteppiche aus postmodern zusammengeflickten Loops von Barock bis Pop nicht mehr hören, die längst kein ästhetisches Stilmittel mehr sind, denn dann müssten sie ja Sinn und tiefere Bedeutung generieren, sondern nur ein scheinautomatischer Selbstläufer, der diffus dann Spannung herstellt, wenn die Regie einmal nicht weiter weiß. Und nun hauchen wir zum Abschied leise „Servus“.